Immobilienbesitz, Markt

Schweizer tauschen teure Stadtwohnung gegen Neubau auf dem Land

28. Februar 2020

Schweizer zieht es vermehrt aufs Land: Die im Februar von Raiffeisen veröffentlichte Studie “Immobilien Schweiz Q1 2020” zeigt, dass Städter den urbanen Zentren vermehrt den Rücken kehren und in die Agglomeration oder aufs Land ziehen. Grund dafür sind die hohen Mieten im Zentrum.

Natürlich würden die meisten gern in den Zentren leben: die Distanzen sind kurz, das kulturelle Angebot hoch. Wer heute jedoch in der Stadt eine neue Wohnung sucht, muss ganz schön tief in die Tasche greifen. Der Unterschied zwischen Bestands- und Angebotsmieten beträgt in den fünf grössten Städten der Schweiz rund 35 %. In kleineren Zentren ist der Unterschied mit über 20 % ebenfalls immer noch hoch. Möchte also jemand innerhalb der Stadt in ein vergleichbares Objekt ziehen, zum Beispiel eine Vierzimmer-Wohnung mit 100 Quadratmeter,  zahlt er dafür durchschnittlich neu CHF 2’300.- anstatt der bisherigen CHF 1’730.-.

Durchschnittsmieten für eine Vierzimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern

Tiefere Wohnkosten, mehr Pendelzeit

Weitet er seinen Suchradius auf Agglomerationen und ländlichere Gebiete aus, ist es möglich, ein gleichgrosses Objekt zu finden, bei dem die Angebotsmiete ähnlich hoch oder sogar tiefer als die heutige Miete ist. Immer mehr Städter entscheiden sich deshalb für etwas mehr Pendelzeit und gegen die Stadtwohnung. 

Dies zeigt auch die von Raiffeisen erstellte Grafik zu den interkommunalen Nettozuzügen 2018:

Interkommunale Nettozuzüge 2018 in % der Bevölkerungsgrösse

Von den zwanzig grössten Schweizer Städten können nur in Chur, Köniz, Schaffhausen und Winterthur positive Nettozuzüge ausgemacht werden. Daneben zeigt die Karte eine deutliche Binnenwanderung aus den Zentren hin zu urbanen und ländlichen Gemeinden. 2018 sind rund 7‘000 Personen mehr aus den schweizerischen Zentrumsgemeinden weggezogen als zugezogen. Demgegenüber sind über 5‘500 bzw. 3‘000 Bewohner zusätzlich in die urbanen und ländlichen Gemeinden gezogen als weggezogen. Dabei wird die Zuwanderung aus dem Ausland bewusst nicht berücksichtigt; bei Expats und Zuwanderern bleiben die Kernstädte weiterhin beliebt und führen somit zu positiven Wachstumszahlen.

Neubauten konkurrenzieren immer mehr Altbaubestand

Mit ein Grund für die Abwanderung aus den Städten ist die hohe Attraktivität neuer und vergleichsweise günstiger Wohnungen ausserhalb der grossen Zentren. Hier sind in den letzten Jahren viele neue Mietwohnungen mit einem oft hohen Ausbaustandard erstellt worden. Diese sind aber nicht nur für Zuwanderer aus den Städten interessant; auch für “Einheimische” kann sich ein Blick auf das Angebot lohnen. Für einen nur geringen Aufpreis können diese ihrer in die Jahre gekommenen Mietwohnung den Rücken kehren und in einen modernen Neubau einziehen. So zeigt es sich auch, dass obwohl immer noch sehr viele neue Mietwohnungen auf den Markt kommen, deren Anteil am Leerwohnungsbestand stetig abnimmt. Für Besitzer älterer Liegenschaften wird es deshalb künftig umso wichtiger, mit ihren Objekten konkurrenzfähig zu bleiben – Konzessionen beim Mietzins oder Sanierungen und Erneuerungen werden nötig. Ansonsten gehen sie Gefahr, ihre Mieter an Neubauten zu verlieren.

Hier geht es zu allen Liegenschaften.

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