Markt

Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Anlagemärkte

16. März 2020

Die Welt, wie wir sie kennen, ist aus den Fugen geraten – Die Coronavirus-Pandemie zeigt uns nicht nur gesellschaftlich unsere Grenzen auf, sondern macht sich auch auf den Anlagemärkten deutlich bemerkbar. Der Immobilienmarkt präsentiert sich bis auf Weiteres als krisenresistent.

Hat der Aktienmarkt schon seit Anfang Jahr Anzeichen von Schwäche gezeigt, spielt er seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie völlig verrückt: Kurse fallen ins Bodenlose, Erholung gibt es jeweils nur kurzfristig und meist als Reaktion auf politische Entscheidungen – so etwa auf die Massnahme der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 16. März, den Leitzins ausserplanmässig auf fast Null Prozent zu senken. Aber auch diese Entscheidung zeigt nur lokalen Erfolg: Der NASDAQ und Dow Jones erholen sich kurzfristig um wenige Prozentpunkte. Der Nikkei Index schliesst am frühen Montagmorgen mit einem Minus von 2.5 %, der Swiss Market Index (SMI) fällt bis 12.00 Uhr MEZ um weitere 6.19 %. Seit dem 1. Januar 2020 kommt der wichtigste Schweizer Index somit auf ein Total von Minus 26.23 %. Mit am schlimmsten trifft es dabei die grossen Banken: Credit Suisse verzeichnet seit Anfang des Jahres ein Minus von 50.93 %, die UBS ein Minus von 40.63 % (Kurs 16.03.2020, 12.00 MEZ).

Auch andere Anlageklassen sind nicht vor den negativen Auswirkungen der Krise gefeit: Der Preis für 1kg Gold verzeichnet seit Anfang des Jahres einen Verlust von rund 5 %, der Preis für Rohöl erreicht mit einem Kurs von 30.64 USD pro Barrel den tiefsten Wert seit 2016. Der starke Abfall im Ölpreis lässt sich aber nur teilweise auf die nachgebenden Aktienkurse zurückführen; einen wesentlich grösseren Einfluss hat hier der Preiskampf zwischen den grossen Golfstaaten und Russland.

Das Warten auf die Massnahmen der Europäischen Zentralbank

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es aktuell noch keine konkreten Massnahmen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich dies in Kürze ändern wird. Man nimmt an, dass die EZB spätestens am 19. März 2020 der US-Notenbank folgen und den Leitzins reduzieren wird. Schon an einer Pressekonferenz am 9. März kündigte EZB-Präsidentin Christine Lagard an, man stehe bereit, um angemessene und gezielte Massnahmen zu ergreifen. Eine Zinssenkung durch die Euro-Währungshüter würde auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter Druck setzen.

Auswirkungen auf den Schweizer Immobilienmarkt

Ob und inwiefern die Coronavirus-Pandemie Auswirkungen auf direkte Immobilieninvestments haben wird, bleibt abzuwarten. Aktuell stellt der Schweizer Immobilienmarkt seine Krisenresistenz eindrücklich unter Beweis. Sollte die SNB eine weitere Senkung des Leitzins vornehmen, könnten Immobilien als sicherer Hafen sogar an Attraktivität und Bedeutung gewinnen. Weitere Preisanstiege sind nicht ausgeschlossen. Führt das Coronavirus zu einer längeren Schwächephase oder einer Rezession, sind negative Auswirkungen auch für den Immobilienmarkt nicht auszuschliessen. Für eine langfristige Prognose liegt aktuell allerdings zu Vieles im Unklaren.

Vorerst besteht auf dem Immobilienmarkt kein Grund zur Panik: Eine Studie der UBS zeigt, dass die Wertverluste bei Renditeliegenschaften wie Mehrfamilienhäusern dank relativ stabiler Cashflows eher gering bleiben sollten. Erhöhte Risiken bestehen vor allem im oberen Preissegment sowie bei Büroflächen. 

Update Freitag, 20. März 2020

Seit Montag konnte sich die Schweizer Börse wieder etwas erholen. Der SMI erreichte am Montag, 16. März 2020 kurz nach Mittag seinen Tiefpunkt und hat bis heute Freitag, 11.00 Uhr MEZ um rund 16 % zugelegt (Vergleich Kurs vom 16.3.20, 13.00 MEZ). Der SMI verzeichnet somit seit dem 1. Januar “nur” noch ein Minus von 14.7 %. Der Down Jones und der Nikkei Index hingegen verlieren weiterhin und verzeichnen seit Anfang des Jahres je einen Verlust von rund 30 %.

Am 19. März stehen denn auch die Massnahmen der EZB sowie der SNB fest – der Leitzins wird jedoch beiderorts nicht angepasst. Die SNB will in den kommenden Wochen verstärkt am Devisenmarkt intervenieren und lockert zudem den Spielraum für Banken zur Kreditvergabe. Die EZB wiederum fährt die grossen Geschütze auf: Mit dem Pandemic Emergency Purchase Programme, kurz PEPP, sollen bis Jahresende Anleihen im Wert von 750 Millionen Euro gekauft werden.

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